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Das Kräuterweib vom Hexenberg

Heil- und Gewürzpflanzen

Diese übersichtliche kleine Broschüre vermittelt althergebrachtes Wissen um die Zubereitung und Wirkung der bekanntesten Kräuter und Heilpflanzen. Erfahren Sie, welches Kraut Ihnen gegen Erkältungen, Husten, Rheumaschmerzen, Insektenstiche, Nervenleiden oder Hautprobleme halfen kann. Das Heftchen kann Ihnen in der Küche oder als Wegbegleiter auf Spaziergängen durch die Natur hilfreich sein.

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Ingwer

Ingwer

Viola Odorata

Meine selbstgezogene Ingwerstaude

IngwerstaudeIngwerstaudeIngwerstaudeIngwerstaude

 

Was sollten wir über die Ingwerwurzel wissen?

Ich nenne sie die Wunderwurzel, denn sie ist sowohl eine Heilpflanze als auch ein Gewürz. Aber auch die Genussvariante ist nicht zu verachten.
Habe ich jetzt Ihre Neugier geweckt?

Ingwer wächst in der Natur z.B. in Australien und Südamerika. Aber auch in Japan, China und Vietnam. Frischer Ingwer enthält Stärke, Fette, Vitamine und Eiweiße. Der Ingwer, den wir z.B. in Supermärkten kaufen, kommt aus Anbaukulturen (vorrangig aus China). Der scharfe Geschmack wird durch die ätherischen Öle hervorgerufen, die Gingerol und Schogaol enthalten. Nun wissen wir auch, weshalb Ingwer eine schmerzhemmende Wirkung besitzt, denn Gingerole haben eine ähnliche Wirkung wie Aspirin und das im ätherischen Öl enthaltene Zingiberen besitzt eine wärmende Wirkung. In der traditionellen chinesischen Medizin wird empfohlen, täglich fünf Gramm Ingwer zu sich zu nehmen, um sich gegen Thrombose und Schlaganfall zu schützen. „Ingwer wird derzeit lebhaft wissenschaftlich untersucht und man fand zahlreiche nützliche Wirkungen in Extrakten der Pflanze: Sie stärken die  Abwehr von Krankheiten durch ihre antibiotische und stimulierende Wirkung. Ingwer fördert die Sekretion der Verdauungssäfte und die Darmbewegung. Nach Angaben der WHO kann Ingwer auch gegen entzündliche Erkrankungen wie Magengeschwüre und rheumatische Beschwerden zum Einsatz kommen. Zu  seiner antioxidativen, antientzündlichen und anti-arteriosklerotischen Wirkung liegen zahlreiche Labor und Tierversuche vor. Ingwer soll vor Krebs schützen und den Blutzucker senken." (http://www.phytodoc.de/heilpflanze/ingwer/gewinnung-wirkstoffe/)

 

1. Gesicherte Wirkung nach Einschätzung Kommission E/ESCOP

  • Verdauungsbeschwerden
  • Vorbeugung vor Reisekrankheit

2. Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Ingwer bei

  • Appetitlosigkeit, Anregung der Verdauungssäfte 
  • Cholesterinämie, cholesterinsenkend 
  • Krebs, Vorbeugung 
  • Rheuma und Muskelschmerzen 
  • Schwangerschaftsübelkeit (fraglich)
  • Übergewicht, Reduktion der Gewichtszunahme 
  • Vorbeugung der Alterung (antioxidativ)
  • Arteriosklerose
  • Durchfall 
  • Dyspepsie, Blähungen
  • Kolikschmerzen
  • Magenbeschwerden
  • postoperative Übelkeit

3. Meine Erfahrungen mit Ingwer als Heilpflanze bei Erkältungskrankheiten

In diesem Teil meiner Ausführungen möchte ich über eigene und gesammelte Erfahrungen berichten:

  • Werden erste Erkältungssymptome wie z.B. Halskratzen, Schnupfen, Husten bemerkt, sollte umgehend Ingwertee aus einer frischen Wurzel gekocht werden, weil die sich sofort im Körper ausbreitende Wärme gut tut und die Heilung fördert.
    Zubereitung für eine Kanne:
    5 frische Ingwerscheiben werden mit kochendem Wasser überbrüht bzw. 3 Minuten gekocht. Jetzt frischen, getrockneten oder eingefrorenen Salbei und Thymian hineinlegen und alles 10 Minuten ziehen lassen. In die Thermoskanne einen Esslöffel Honig und den Safte ½ Zitrone geben und den frischen Tee auffüllen.
    2-3 Kannen über den Tag verteilt trinken. Am 2. Tag tritt bereits eine Besserung ein und die Menge kann ab dem 2. Oder 3. Tag reduziert werden.
    Übrigens: Frische Ingwerwurzel hält sich mehrere Wochen im Gemüsefach.
    Wer keine frische Wurzel zur Hand hat, sollte für den „Notfall" getrockneten Ingwer aus dem Gewürzschrank nehmen und davon Tee kochen.
    Zubereitung von Ingwerpulver:
    Frische Scheiben trocknen, zermahlen und in ein Schraubglas füllen.
    Da frischer Ingwer wirkungsvoller ist, sollte dieser Tee sobald als möglich nachgeholt werden.
  • Aber nicht nur Tee bewirkt Wunder!
    Schnelle Ergebnisse erreichen wir auch, wenn kleine Stückchen (5-8 mm) in den Mundwinkel gelegt und in längeren Abständen gekaut werden. Die Stückchen etwa 3 x erneuern und die entzündungshemmende Wirkung tritt schnell ein.
  • Das Ingwerfrühstück als dritte Variante ist nicht weniger wirkungsvoll:
    1 Scheibe Brot mit Honig bestreichen und darauf dünne Ingwerscheiben legen. Dazu kann man auch Apfel-, Birnen-, Bananen- oder andere Obstscheiben geben.
    So genießen Sie mehrere Tage ein gesundes und schmackhaftes Frühstück.
  • Sehr wertvoll erweisen sich Ingwerwickel.
    Als Brustwickel verarbeitet hilft Ingwer, trockenen Husten zu lindern und Schleim zu lösen. Gleichzeitig helfen die ätherischen Öle bei Schnupfen und Halsentzündungen.  Der Inhaltsstoff Gingerol hilft auch, Kopfschmerzen zu lindern.
    Herstellung eines Ingwerwickels:
    Geben Sie 3 Teelöffel frisch geriebenen Ingwer in ¼ Liter heißes Wasser und lassen Sie das Ganze etwa 15-20 Minuten stehen.
    Tunken Sie ein Tuch in das Ganze und legen Sie es gut ausgewrungen auf den Brustbereich. Nun lassen Sie den Wickel abgedeckt mit einem Handtuch etwa 40 Minuten einwirken. Diese Anwendung 2-3mal täglich wiederholen.
  • Es ist auch von Vorteil, wenn in jedem Haushalt selbstangesetzter Ingwerschnaps zur Verfügung steht. Mein langjähriges Rezept ist sehr wirkungsvoll als Wickel bei Erkältungen.
    Herstellung:
    Etwa 10 Ingwerscheiben in eine Literflasche geben und mit Schnaps (40%) auffüllen. Die Flasche wird 3 Wochen und länger auf ein sonniges Fensterbrett oder an einen anderen warmen Ort gestellt. Den Wickel mit dem Ingwerschnaps ebenso anfertigen wie oben beschrieben.

Ich möchte noch einmal betonen:
Die schnellste Heilung tritt ein, wenn sofort gehandelt wird, wenn wir die ersten Anzeichen im Keim ersticken! Dies ist meine langjährige Erfahrung mit meiner Familie und zahlreichen Bekannten. Vorbeugen ist besser als heilen! Die Stärkung des Immunsystems ist also der Schlüssel zur Vorbeugung nicht nur bei Erkältungskrankheiten.
Moderne Forschungen bestätigen die Heilwirkungen der wahrhaft wundersamen Wurzel. Die wichtigste gesundheitliche Wirkung von Ingwer liegt vor allem durch seine ätherischen Öle, Scharfstoffe und Vitamine in der Stärkung des Immunsystems, deshalb nimmt er auch unter den Pflanzen den ersten Platz ein.

4. Eigene und bestätigte Erfahrungen bei der Behandlung von Rheumaschmerzen mit der Ingwerwurzel

Der Begriff Rheuma umfasst verschiedene Krankheitsbilder. Am häufigsten stelle ich bei Bekannten fest, dass verschiedene Gelenke schmerzen. Immer wieder hört man aber auch von Arthritis, Gicht, Arthrose und anderen Rheumaerkrankungen.
Vor 14 Jahren bekam ich einen Rheumaschub, der sehr schmerzhafte Auswirkungen hatte. Drei Rehabilitationsmaßnahmen in den letzten Jahren brachten mir Aufklärung über „mein Rheuma" und die entsprechende medikamentöse Einstellung. Die Medikamente bekämpften die Schmerzen, hatten aber unangenehme Nebenwirkungen. Zufällig las ich vor fünf Jahren einen Artikel über die Wirkung der Ingwerwurzel und probierte sie als mein Medikament aus.

  • Seit dieser Zeit nehme ich täglich 5 Ingwerscheiben (ca. 20 mm dick) in Form eines Ingwerfrühstücks zu mir (siehe meine Ausführungen bei den Erkältungskrankheiten). Dadurch sind die Schmerzen sehr gemindert, weil die Entzündungswerte nicht mehr vorhanden sind. „Das Rheuma ruht", sagt der Arzt.
    Der tägliche Verzehr von frischer Ingwerwurzel hat zusätzlich auch noch angenehme „Nebenwirkungen". Mich plagen z. B. keine Kopfschmerzen mehr bzw. leide ich nicht mehr an Wetterfühligkeit. Magenschmerzen als Nebenwirkung der Rheumamedikamente sind ebenfalls verschwunden.
  • Auch andere hilfreiche Möglichkeiten bei der Bekämpfung des Rheumas habe ich ausprobiert. So nutze ich die frische Ingwerwurzel in vielen Speisen. Dadurch wird zusätzlich der Magensaft, sowie die Speichel- und Gallenbildung angeregt. Natürlich ist die Geschmacksverbesserung nicht zu verachten. Ein kleines Stück (ca. 15 mm Durchmesser) reicht aus.
  • Eine schnelle Wirkung erzielen Umschläge. Den Ingwerschnaps wie bei den Erkältungskrankheiten beschrieben herstellen. Ein Baumwolltuch mit der Tinktur getränkt legt man bei akuten Schmerzen 1-2 Stunden auf die schmerzende Stelle (bei Entzündungen kalt, ansonsten warm).
    Übrigens: Ein kleines Gläschen davon fördert die Verdauung und vertreibt Blähungen.
  • Sehr wohltuend und lindernd erweisen sich die Kräuter- oder Kirschkernkissen (in Apotheken und anderen Geschäften erhältlich). Ich empfehle Ihnen, ein Baumwollkissen mit 300 g getrockneten Ingwerstücken (0,5 cm x 0,5 cm) zu füllen. Dieses wird ebenso wie die vorgenannten Kissen erwärmt oder gekühlt aufgelegt. Die durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung wird mir immer wieder bestätigt. Auch bei Bronchitis hilft dieses Kissen: Den Brust-, Hals- und Rückenbereich mit Johanniskrautöl einreiben und das erwärmte Kissen auflegen, um das Durchatmen zu erleichtern; erfahrungsgemäß 30 Minuten, 2-3mal am Tag durchführen. (Herstellung meines Johanniskrautöls erscheint im nächsten Artikel).
  • Eine entspannende Wirkung durch die sich ausbreitende Wärme erziele ich mit meinem Ingwerbadezusatz, der schnell und einfach herzustellen ist: Ich verwende 10 Scheiben einer 20 mm-dicken Wurzel, überbrühe diese mit kochendem Wasser und lasse das Ganze 15-20 Minuten ziehen. Das Ingwerwasser dann in die vorbereitete Wanne gießen. Ich gebe auch gern 2 Esslöffel von meinen verschiedenen Ölen (Johanniskraut, Lavendel, Rose) in die Wanne, um die Haut zu schützen. Danach fühlt sie sich geschmeidig, wie nach einem Schönheitsbad an. Das Wannenbad tut nicht nur der Haut, sondern auch der Psyche gut. Länger als 15 Minuten sollte man das Bad nicht genießen. Anschließend tupfe ich den Körper leicht ab, ziehe mich warm an und ruhe nach Möglichkeit 1 Stunde.

Alle, in diesem Artikel genannten positiven Wirkungen, begründe ich mit der Erwärmung und Durchblutung im Körper, hervorgerufen durch die ätherischen Öle und Scharfstoffe des Ingwers.

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