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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Ludwig Müller-Uri

Ludwig Müller-Uri

Florian Russi

Der Veredler des Glasauges

Augenprothese bei einem 70jährigen Patienten
Augenprothese bei einem 70jährigen Patienten
Bis in die heutige Zeit werden in Lauscha Glasaugen angefertigt und in die ganze Welt ausgeliefert. Glasaugen sind, wie auch das natürliche Auge, das sie ersetzen sollen, hoch sensible Gebilde. Sie müssen so geschliffen sein, dass sie sich genau der Augenhöhle anpassen und keine Reizungen oder Verletzungen verursachen. Gleichzeitig sollen sie farblich so gestaltet sein, dass sie vom natürlichen Auge nicht unterschieden werden können. Das erfordert eine hoch effektives Material und die Kunstfertigkeit von hervorragenden Fachleuten.
Glasaugen von Ludwig Müller-Uri
Glasaugen von Ludwig Müller-Uri
Ein Pionier auf diesem Gebiet war der Glasmacher Ludwig Müller-Uri, geboren 1811 in dem thüringischen Städtchen Lauscha. Er gilt als Begründer der modernen Okularistik (Augenprothetik). Angeregt durch den Würzburger Augenarzt Professor Heinrich Adelmann fertigte er, der schon in jungen Jahren als „Begabtester seines Faches" bezeichnet wurde, Glasaugen zunächst für Puppen und Spielzeugtiere. Er verwendete dazu das in Lauscha erzeugte sog. Beinglas, das er immer mehr verbesserte und verfeinerte. 1835 konnte er erstmals ein künstliches Auge bei einem Menschen einsetzen.
Ludwig Müller-Uri
Ludwig Müller-Uri

Von da an wurde er zu einem der weltweit führenden Okularisten und Lauscha zum international anerkannten Herstellungsort von Glasaugen. In der Nachfolge von Ludwig Müller-Urig entwickelte sein Neffe Friedrich-Adolf Müller zusammen mit drei anderen Glasmachern das Kryolithglas, das sich als besonders geschmeidig und langlebig erwies. Bis heute wird es für Augenprothesen verwendet.

Lauscha blieb ein Zentrum der Glasherstellung. Von hier und weiteren Filialen aus werden jährlich zwischen 100.000 bis 200.000 Augenpatienten mit individuell angefertigten Prothesen versorgt. Die Pioniertat von Ludwig Müller-Uri hat bis in die Gegenwart vielen Menschen geholfen. Der Thüringer Erfinder starb am 5. November 1888 in seinem Heimatort Lauscha.

 

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Bildquellen:
- Foto oben rechts: Augenprothese bei einem 70jährigen Patienten. Fotograf: Rnavarro10, Lizenz CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
- Foto Mitte links: Glasaugen von Ludwig Müller-Uri. Bild aufgenommen 2011 in einer Austellung im Neuen Museum Berlin. Fotograf: Concord. Lizenz CC-BY-SA 3.0 via
Wikimedia Commons

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