Thüringen-Lese

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Albrecht Franke
Christa Johannsen – ein erfundenes Leben
Ein Schriftstellerinnenleben im 20. Jahrhundert

Die Schriftstellerin Christa Johannsen (1914–1981) war in der DDR etabliert: mit zahlreichen Veröffentlichungen, diverse Auszeichnungen, der Mitarbeit im Schriftstellerverband und in der CDU. Sie engagierte sich für eine Literatur ohne Bevormundung und den literarischen Nachwuchs, leitete »Zirkel schreibender Arbeiter« und in den frühen 1970er Jahren die Gruppe »Junge Prosaisten«.
Einer ihrer damaligen Schüler, Albrecht Franke, hat ihrem Leben nachgespürt und dabei festgestellt, dass er seine einstige Lehrerin überhaupt nicht kannte. Er stößt u.a. auf Texte aus der NS-Zeit, einen höchst zweifelhaften Doktortitel, politische Lobhudeleien in der DDR und unter Pseudonym veröffentlichte Gegenreden im Westen.
Franke entwickelt eine ebenso ungewöhnliche wie typische Biografie des 20. Jahrhunderts. Einen tragikomischen Lebenslauf zwischen Verbergen und Anpassen, aber ebenso zwischen Aufmucken und unkonventionellem Lebensstil. So entsteht nicht nur die Erzählung eines Lebens, sondern eine Geschichte der Literatur des früheren Bezirkes Magdeburg, der DDR und Deutschlands.

Wasserkraftmuseum Ziegenrück

Wasserkraftmuseum Ziegenrück

Göran Seyfarth

Die Kanzel des Teufels

Einfach zu finden ist die Stelle nicht. Doch der Weg zur Teufelskanzel, dem Aussichtsplateau nahe der Stadt Ziegenrück, wird belohnt. Von hier hat man einen schönen Blick über die an dieser Stelle zum Hohenwarte-See gestaute Saale. Die umweltfreundliche Energie des Wassers zu nutzen, ist dabei keineswegs eine Erfindung unserer Tage. Schon vor Jahrhunderten bauten unsere Vorfahren Wasserräder. Bis 1258 lässt sich die Geschichte der Fernmühle in Ziegenrück zurückverfolgen, sie ist damit die älteste Anlage ihrer Art im Bereich der Oberen Saale. Im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt und neu errichtet, als Schneid-, Mal- oder Ölmühle genutzt, gingen hier Generationen von Müllern ihrem Gewerbe nach.

1897 setzte ein gewisser Kommerzienrat Keller, der damalige Besitzer der Ziegenrücker Holzstoff- und Pappenfabrik, seine Unterschrift unter den Kaufvertrag für die Mühle. Die altehrwürdige Anlage wird zum Laufwasserkraftwerk umgebaut und liefert fortan Strom für die Fabrik. Heute ist das 1965 stillgelegte und schon im Jahr darauf als Museum wiedereröffnete technische Denkmal eine Gelegenheit, in die Historie der Energieerzeugung einzutauchen. Die Turbine mit ihrem präzisen Mechanismus arbeitet zuverlässig wie schon seit Jahrzehnten, die Ausstellung erzählt auch von Leben und Handwerk, von den Menschen an Saale und Schiefergebirge. Gut, gegen eine Einkehr im Café gegenüber ist nichts einzuwenden, doch der eingangs erwähnte Blick vom Aussichtsfelsen macht die Eindrücke erst vollkommen.

Öffnungszeiten:

Mo geschlossen
Di - So 12:00 - 17:00 Uhr

Vattenfall Europe AG Wasserkraftmuseum

Lobensteiner Straße 6

07924 Ziegenrück

Tel.: 036483 / 7606

www.saale-online.de

*****

Textquelle:

Seyfarth, Gören: Thüringen: Die 99 besonderen Seiten der Region, mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH, Halle, 2016, S.98f.

Bildquellen:

Fotos von Barbara Gerlach.

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