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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Heilgrotten Morassina

Heilgrotten Morassina

Sebastian Keßler

Gesundheitszentrum mit Heilstollentherapie

 

Die Bedeutung mancher Ortsnamen erschließt sich bereits beim ersten Hören. Das Thüringische Schmiedefeld zum Beispiel verdankt seinen Namen den vielen Schmieden, die hier zu Beginn des 15. Jahrhunderts ansässig waren. Bereits 1414 wurde berichtet, dass hier die Erze aus den umliegenden Bergwerken „auf Rennfeuern erschmolzen und durch Schmieden weiter verarbeitet" wurden. Der florierende Bergbau förderte noch manch andere Bodenschätze zu Tage. Als besonders wertvoll galten auch Schwefel, Vitriol und Alaun, welches zum Gerben von Leder, zum Imprägnieren von Stoffen und zur Stillung von Blutungen verwendet werden kann.

Der erste urkundliche Nachweis für den Abbau von Alaunschiefer in Schmiedefeld ist eine Konzessionsurkunde aus dem Jahr 1683. Die neu errichtete Schwefel- und Vitriolhütte hatte durchaus Potential, doch fehlte es den ersten Eigentümern an Durchhaltevermögen. Mehrfach wechselte das Bergwerk seinen Besitzer, bis es im Jahr 1716 der Handelskaufmann Johann Leonhard Morassi übernahm. An ihn erinnert bis heute der Name des Schaubergwerkes Morassina. 

Bedeutende wirtschaftliche Erfolge feierte die Familie Ferge, welche bereits mit einem Kauf- und Handelshaus in Leipzig zu großem Vermögen gekommen war. Sie kaufte im Jahr 1753 das Vitriolwerk und erweiterte die Produktpalette. Die Hütte Morassiona wurde zum größten Anbieter von Alaun- und Vitriolprodukten in Mitteldeutschland. Um die steigende Nachfrage zu befriedigen, mussten neue Stollen immer tiefer in den Fels getrieben werden. Der Raubbau blieb nicht ohne Folgen. Im Jahr 1791 stürzten Teile des Bergwerkes ein.

Das lokale Ereignis bedrohte ganz Preußen: Die durch den wenige Jahre zuvor verstorbenen Alten Fritz, seines Zeichens König von Preußen, eingeführte Kartoffel hatte sich zu einem wichtigen Grundnahrungsmittel entwickelt. Den Anbau gefährdeten jedoch kleine Fadenwürmer (Nematode), die sich nur mit Vitriol erfolgreich bekämpfen ließen. 

Eine faszinierende unterirdische Landschaft aus Tropfsteinen und farbenreichen Sedimenten
Eine faszinierende unterirdische Landschaft aus Tropfsteinen und farbenreichen Sedimenten

Den Wiederaufbau der Grube sollte kein geringerer als Alexander von Humboldt gestalten. Er besichtigte das Bergwerk am 11. Juli des Jahres 1792. Seine Empfehlungen veränderten nicht nur die Technologie des Abbaus. Humboldts Konzept brachte weitreichende ökologische, soziale, kulturelle und religiöse Veränderungen mit sich. Bis zur Schließung des Bergwerkes im Jahr 1863 ereigneten sich keine tödlichen Unfälle mehr unter Tage.

Das Ende des Bergbaus hatte, wie auch bei den nahegelegenen Saalfelder Feengrotten, die aufkommende chemische Industrie eingeläutet. Und wie in den Feengrotten entstand auch in der Morassina Grotte faszinierende unterirdische Landschaft aus Tropfsteinen und farbenreichen Sedimenten. In Saalfeld erkannte man bereits um 1910 das touristische Potential des alten Bergwerkes. Der erste Versuch, ein Schaubergwerk in Schmiedefeld zu errichten scheiterte, da ein Gerichtsurteil den Aufbau von Wettbewerbsunternehmen zu den Saalfelder Feengrotten in Thüringen untersagte. 

Einer der ersten Bergleute, welche die Morassina 1951 erkundeten, Foto: Förderkreis "Morassina" e.V.
Einer der ersten Bergleute, welche die Morassina 1951 erkundeten, Foto: Förderkreis "Morassina" e.V.

Fast 200 Jahre blieben die Stollen verschlossen, bis 1951 Bergleute der Wismut auf der Suche nach Uranerzen einen Zugang zu dem weitläufigen Höhlensystem aufbrachen. Sie entdeckten eine Landschaft aus Tropfsteinen in den vielfältigsten Farben und Formen. Doch es dauerte weitere drei Jahrzehnte, bis im Oktober 1989 die Erschließung der historischen Gruben begann. Seit 1992 ist die ehemalige Schwefel- und Vitriolhütte Morassina als Schaubergwerk für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein Museum und eine Gedenkstätte erinnern an das Leben und die Arbeit der Bergleute, die hier über Jahrhunderte zuhause waren. 

 

Die Morassina Wanderwege
Die Morassina Wanderwege
Die Heilgrotte Morassina hat sich als Gesundheitszentrum mit Heilstollentherapie etabliert. Denn in der Grotte befindet sich ein Heilstollen mit einer Luft, die völlig allergen-, keim- und staubfrei ist. Die Reinheit der Luft und eine leichte natürliche Radioaktivität im Heilstollen bilden eine natürliche Oase der Gesundheit. Der Stollen ist heilfördernd für die Atemwege und für Hautkrankheiten. Weltweit kommt diese Heilmethode bei Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, Heuschnupfen, Pseudo-Krupp bei Kindern, Nasennebenhöhlenentzündungen, Neurodermitis und physischen und psychischen Erschöpfungszuständen immer häufiger zur Anwendung.

Öffnungszeiten

1. November bis 31. März:
11.00 bis 15.00 Uhr

1. April bis 31. Oktober:
10.00 bis 16.00 Uhr

Adresse:

Schwefelloch 1
98739 Schmiedefeld

Telefon: 036701/61577

 

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Textergänzungen von Andreas Werner 

Fotos:

Andreas Werner (Bilder sind nicht bearbeitet) 

Einer der ersten Bergleute, welche die Morassina 1951 erkundeten, Foto: Förderkreis "Morassina" e.V.

Videoquelle: Förderkreis "Morassina" e.V. , Youtube, 

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Heilgrotten Morassina

Schwefelloch 1
98739 Schmiedefeld

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