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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Das traditionelle Martinsfest

Das traditionelle Martinsfest

Carolin Eberhardt

Zu Ehren des Heiligen Martin, welcher seinerzeit Bischof von Tours war, wird am 11. November das Martinsfest gefeiert. Bereits 480 n. Chr. etablierte der dritte Nachfolger Martin von Tours‘, Perpetuus, am Tag der Beisetzung des Heiligen Martins, dem 11. November, dessen Gedenktag. Die Geschichte des selbstlosen Martin, welcher an einem kalten Wintertag seinen Mantel mit einem armen Mann teilte, gibt seit nun mehr einigen Jahrhunderten Anlass, den Martinstag festlich zu begehen.

Das Brauchtum des Martinsfestes hat sich während des 20. Jahrhunderts im Vergleich zu früheren Jahrhunderten sehr stark gewandelt, ebenso die Bedeutung des im 19. Jahrhundert kirchlich, gesellschaftlich und weltlich begangenen Festtages.

In Thüringen war es in manchen Gegenden allgemeiner Brauch, dass die Kinder mit ausgehöhlten Kürbissen, in denen Lichter brannten, durch die Straßen zogen, von Haus zu Haus gingen und dazu Lieder sangen.

Im Eichsfeld folgten die Einwohner der Tradition, auf den Fluss Geislede bei Heiligenstadt kleine Lichter in Nussschalen schwimmen zu lassen.

Von Erfurt wird berichtet, dass die Kinder, wie auch heute in Deutschland allerorts üblich, mit brennenden Lichtern, den sogenannten Martinslichtlein, singend durch die Straßen der Stadt zogen. Sie versammelten sich dann am Abend 18:00 Uhr auf dem Friedrich-Wilhelms-Platz, wo die Seminaristen mit brennenden Lichtern auf den Stufen des Domes erschienen und einige Choräle vortrugen.

In Schmalkaden war es frühere Tradition, jährlich an Martini an alle Einwohner, unabhängig ihres beruflichen oder gesellschaftlichen Standes, sogar in den beiden dort ansässigen Knabenschulen, Most auszuschenken. Zu diesem Brauchtum, so erzählt eine Sage, gelangte die Stadt, als ein Reisender, welcher als Most-Märten bezeichnet wurde, sich bei stürmischem Wetter verirrte. Als er auf dem Berg die „große Oster“, die größte Glocke der Stadtkirche, läuten hörte, orientierte er sich an deren Klang und fand den Weg nach Schmalkalden. Aus Dankbarkeit über seine Rettung, spendierte er den Einwohnern Most. Daher wurde dann auch in Tradition jedes Jahr, während der Ausschank stattfand, die „große Oster“ geläutet.


*****

Textquellen:

Pfannenschmid, Heino: Germanische Erntefeste im heidnischen und christlichen Cultus, mit besonderer Beziehung auf Niedersachsen, 1878, Hannover: Hahn’sche Buchhandlung.

Pröhle, Heinrich: Harzbilder: Sitten und Gebräuche aus dem Harzgebirge, 1855, Leipzig: Brockhaus.

Reinsberg-Düringsfeld, Otto: Das festliche Jahr in: Sitten, Gebräuche und Festen der Germanischen Völker, 1863, Leipzig: Verlag von Otto Spamer.


Bildquellen:

Vorschaubild: Laternen zu Sankt Martin, 2018, Urheber: worldvoyager via Pixabay CCO.

Erfurt, Dom und Severikirche, 1852, Urheber: Poppel via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Schmalkalden, Stadtkirche, 1862, Urheber: unbekannt via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

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