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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Der Wichtel wird aus dem Hause verbannt

Der Wichtel wird aus dem Hause verbannt

Dr. August Witzschel

Nach den bekannten thüringischen Sagensammlungen von Ludwig Bechstein aus den Jahren 1835 und 1858 war es das Bestreben von Dr. August Witzschel, eine weitere Sammlung zusammenzutragen, da seiner Meinung nach den thüringischen Sagen, Sitten und Bräuchen immer noch nicht genug Beachtung geschenkt wurde. Um das Volkstum möglichst getreu wiederzugeben, bediente er sich möglichst ursprünglicher schriftlicher Quellen wie Chroniken und Archiven, aber auch anderer Sammlungen.
„Meine Absicht war und ist darauf gerichtet, alles was von alten Sagen, Gebräuchen und Glauben, geschichtlichen, lokalen und volksthümlichen Inhalts, in Thüringen unter dem Volke einst heimisch war oder in seiner Erinnerung noch lebt und in Uebung ist, möglichst vollständig und treu der Ueberlieferung in dieser Sammlung nieder zu legen." (Kleine Beiträge zur deutschen Mythologie, Sitten- und Heimathskunde in Sagen und Gebräuchen aus Thüringen. Gesammelt und herausgegeben von Dr. August Witzschel. Erster Theil: Sagen aus Thüringen. Wien 1866, Vorwort VIII)
Anna Hein

 

Der Wichtel wird aus dem Hause verbannt

 

In einem Bauernhause wohnte ein Wichtel, der den Leuten bei der Arbeit getreulich half und viele nützliche Dienste leistete. Der Kleine hatte nur die üble Gewohnheit, daß er bei den Kindern, wenn sie ihr Brod verzehrten, hungrig und verlangend stehen blieb und nicht von der Stelle wich; wenn aber ein Kind nur einen Augenblick sein Brod aus der Hand legte, so war er sogleich hinterdrein und hatte es im Nu verzehrt. Das verdroß Kinder und Eltern in gleicher Weise und man dachte ernstlich daran, wie man den schlimmen Gast aus dem Hause schaffen könnte. Da kommt einmal ein fremder Mann zu den Leuten, dem erzählen sie die Sache mit dem Wichtelmann und seine Naschhaftigkeit. „Da ist Rath zu schaffen", spricht der fremde Mann, „nehmt, wenn der Wichtel wieder bei den Kindern steht und ihnen das Butterbrod neidet, zwei Nussschalen, die eine mit Wasser gefüllt, gießt das Wasser aus der einen Schale in die andere, dann wieder aus dieser in die erste und thut das eine Zeit lang wieder. Der Wichtel wird dieser Arbeit nicht gar lange zusehen und bald auf und davon sein." Die Leute merkten sich das und bei der ersten Gelegenheit thaten sie, wie der Mann ihnen gesagt hatte. Der Wichtelmann sah eine kurze Weile erstaunt und verwundert zu, dann rief er aus: „Bin doch so alt als der Sülingswald und hab' mein Lebtage noch nicht solche Brauerei gesehn!", lief alsbald auch zur Thür hinaus und ward nie wieder in dem Hause gesehen.

 

 

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Textquelle: Kleine Beiträge zur deutschen Mythologie, Sitten- und Heimathskunde in Sagen und Gebräuchen aus Thüringen. Gesammelt und herausgegeben von Dr. August Witzschel. Erster Theil: Sagen aus Thüringen. Wien 1866, S. 112 f.

Bildquelle: Christoph Waghubinger "Zwerg (Schloss Lamberg), (CC BY-SA 3.0 AT), wikipedia

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