Baloo und Kerstin Rohde
In den nächsten Beiträgen möchte ich Ihnen zwei besondere Bewohner unseres Berges, die Flaschenkinder Flöckchen und Momo, vorstellen. Sie sind Neuzugänge beim Rehwild und haben in ihrem kurzen Leben schon so Einiges erlebt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie in ihren ersten Lebenswochen ihre Mütter verloren haben, dann aber in liebevolle und erfahrene Hände kamen. Dieser glückliche Umstand ermöglichte es den beiden, beschützt und geborgen aufzuwachsen, lebenswichtige Dinge zu lernen und heute auf „eigenen Läufern zu stehen“.

Flöckchen

Momo
Beginnen wir mit Flöckchen. Sie hat im Frühjahr 2024 ihre Mutter durch ein unglückliches Zusammentreffen mit einem Zug verloren, als sie noch ein winziges Kitz war. Unser Jäger und seine Familie nahmen das kleine Wesen bei sich auf und zogen es mit unendlich viel Liebe groß.
Flöckchen benötigte anfänglich alle zwei Stunden rund um die Uhr ihr Fläschchen. Das bedeutete für ihre Zieheltern in erster Linie wenig Schlaf. Zum anderen konnte die Familie in der Zeit der Aufzucht keinen Urlaub machen, da solch ein Jungtier in der Regel nur eine oder höchstens zwei Bezugspersonen zum Füttern und Versorgen an sich heranlässt. Das gemeinsame Leben mit einem Rehkitz stellt also vor viele Herausforderungen, bringt aber auch wunderschöne Momente mit sich.

Ein kleines Leckermaul mit einem feinen Näschen

Schmusezeit
Flöckchen erkundet die Wiesen.
Flöckchen entwickelte sich zu einer selbstbewussten „jungen Dame“, die gemeinsam mit ihren Zieheltern und später auch auf eigene Faust, die Wiesen und Wälder in der Umgebung erkundete. Unseren Ort schaute sie sich ebenfalls neugierig an.
Es ist schon lustig, wenn man mitten im Dorf unerwartet einem Reh begegnet, das einen groß anschaut und dann in aller Seelenruhe im nächsten Garten verschwindet, um an Blüten und Blättern zu knabbern.

Hier kommt sie zufrieden von einem Ausflug zurück.

Gut versteckt
Das rechte ist Flöckchen, gut erkennbar an einer Marke am Ohr.

Auf den Spaziergängen lernte sie, sich eigenständig zu ernähren und allein zurechtzufinden. Anfänglich kehrte Flöckchen nach stetig länger währenden Aufenthalten im Wald immer wieder zurück zu ihrer Ziehfamilie. Später stellte sie ihre Besuche zu Hause dann gänzlich ein und lebt nun mit den anderen Rehen in Freiheit im Wald. Davon, dass sie Anschluss gefunden hat und es ihr gut geht, konnte ich mich im Spätsommer 2025 vergewissern.
Das ist Flöckchens Geschichte, gekrönt von einem Happy End.
Mein besonderer Dank gilt Familie Reimann, welche freundlicherweise die in diesem und im folgenden Beitrag befindlichen privaten Fotos mit uns teilt.
Gute Neuigkeiten über Momo gibt es im nächsten Teil. Bis dahin verbleiben wir mit herzlichen Grüßen.

Baloo und Kerstin Rohde