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Wilfried Bütow
Kennst du Heinrich Heine?

Kunstfertig in vielen Genres, geht Heine souverän mit den Spielarten des Komischen um, erweist sich als ein Meister der Ironie und der Satire und weiß geistreich und witzig zu polemisieren.
Doch hatte er nicht nur Freunde. Erfahre mehr vom aufreibenden Leben Heines, wie er aus Deutschland fliehen musste, in Paris die Revolution von 1830 erlebte und den großen Goethe zu piesacken versuchte.


 

Peter Ducke

Peter Ducke

Joachim Lenke

DDR-Fussballer des Jahres 1971

Der „schwarze Peter", so wurde Peter Ducke in der ehemaligen DDR von seinen vielen Anhängern genannt, war in den sechziger und siebziger Jahren eine Ausnahmeerscheinung nicht nur im Osten Deutschlands.
Seine unnachahmlich schnellen Antritte, sein eigenwilliger Laufstil und seine Dribblings begeisterten die Fans genauso, wie sein unbändiger Siegeswille und die Emotionen, die vor keinem Mitspieler, Gegner und auch Schiedsrichter Halt machten.
So wie ihn seine Fans kannten und liebten
So wie ihn seine Fans kannten und liebten

Er war in seiner aktiven Zeit ein Fußballer mit brasilianischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Peter Ducke war ein Weltklassefußballer, der 18 Jahre für seinen FC Carl Zeiss Jena (früher SC Motor Jena) ohne Unterbrechung die Fußballschuhe schnürte.

Geboren wurde Peter Ducke am 14.10.1941 in Bensen (Sudetenland). Die Familie Ducke musste wie viele andere ihre angestammte Heimat verlassen und ließ sich in Schönebeck an der Elbe nieder, das nun für Peter und seine Geschwister zur neuen Heimat wurde. Die autoritären Erziehungsmethoden des Vaters wurden durch die Güte der Mutter ausgeglichen. Es ist sicherlich Zufall, dass in unmittelbarer Nähe der elterlichen Wohnung das Trainingsgebäude des Sportvereins Motor Schönebeck lag. So war es nicht verwunderlich, dass er angeregt durch den fußballbegeisterten Vater und seinen 7 Jahre älteren Bruder Roland Ducke, der schon als „Linksbeiner" ein sehr guter Fußballer war, seine sportliche Laufbahn begann. Als sein großes sportliches Vorbild Roland Ducke zum damaligen SC Motor Jena wechselte, konnte sich der junge Peter bei einem Probetraining in Jena vorstellen, konnte jedoch die Trainer nicht überzeugen.

Größen des Ostfußballs-v. l.  Harald Irmscher, Peter Ducke u. Eberhard Vogel
Größen des Ostfußballs-v. l. Harald Irmscher, Peter Ducke u. Eberhard Vogel

Sein Fußballtalent entwickelte sich kontinuierlich weiter, und so kam Peter Ducke mit einer Magdeburger B-Jugend-Auswahl nach Jena zurück. Dabei wurden besonders seine vorhandenen „Torjägerqualitäten" sichtbar. Sie führten zur Berufung in die DDR-Junioren-Auswahl und zur Teilnahme am UEFA-Jugendturnier. Nun war es für viele Fachexperten keine Überraschung mehr, dass Peter Ducke 1959 von Motor Schönebeck zum SC Motor Jena wechselte.

Schon 1960 hatte er mit 2 von ihm erzielten Treffern maßgeblichen Anteil am verdienten 3:2 Sieg gegen SC Empor Rostock, der seiner Mannschaft den DDR-Pokalsieg einbrachte.

An der Erfolgsgeschichte des FC Carl Zeiss Jena in den Jahren von 1960 bis 1977 hatte Peter Ducke als Sturmspitze und Torjäger bleibende Verdienste. Mit ihm wurde der FC Carl Zeiss 3 Mal DDR-Meister (1963, 1968, 1970) und 3 Mal DDR-Pokalsieger (1960, 1972, 1974). In den 18 Jahren seiner aktiven Laufbahn erzielte er in 352 Punktspielen für seinen Club 153 Tore und wurde 1963 mit 19 Treffern Torschützenkönig der DDR-Oberliga. In den 68 Länderspiel-Einsätzen mit der DDR-Nationalmannschaft erzielte er 15 Tore (1960 - 75). Mit der DDR-Olympia-Mannschaft gewann er 1972 in München die Bronzemedaille.

Als Teilnehmer der Fußball-WM 1974 in der BRD kam er auf Grund einer langzeitigen Verletzung nur zu gelegentlichen Einsätzen.

Der begnadete Fußballer Peter Ducke wurde trotz so mancher „Ausraster" und seines oftmals überzogenen Temperaments von seinen Fans hoch geschätzt und verehrt. So war es nicht verwunderlich, dass er bereits 1965 zum Sportler des Jahres und 1971 zum Fußballer des Jahres gewählt wurde. Die überdurchschnittlich erfolgreiche sportliche Laufbahn, die mit der Fußballsaison 1976/77 endete, hätte durchaus noch weitere sportliche Höhepunkte erleben können, wenn nicht zwei folgenschwere Verletzungen (doppelter Schien- und Wadenbeinbruch) 1974 seinen Tatendrang erheblich eingeschränkt hätte.

Der Fußballehrer Ducke im Peter Ducke  Fußballcamp
Der Fußballehrer Ducke im Peter Ducke Fußballcamp

Als Nachwuchs-Trainer blieb Peter Ducke weiter beim FC Carl Zeiss Jena tätig, bis ihm 1980 wegen unerlaubter Kontakte mit Bürgern der BRD gekündigt wurde. Nach der Beendigung seines Dipl.-Sportlehrer-Studiums arbeitet er als Schulsportlehrer in Jena.

Die Popularität Peter Duckes als einer der außergewöhnlichsten und heißblütigsten Fußballspieler seiner Zeit wurde noch nach Jahrzehnten bei der Wahl zum Jahrhundert-Fußballer 1999 mit einem 9. Platz unterstrichen.

Im Jahr 2005 beendete Peter Duke seine Lehrtätigkeit und wurde in den Ruhestand verabschiedet. Bis heute, im fortgeschrittenen Alter, engagiert er sich im Nachwuchsbereich mit jungen Fußballtalenten, die er in Fussballcamps in den Sommer- und Herbstferien trainiert.

Bei vielen Talk-Runden in den Medien ist er ein gern gesehener Gast und seine Fachkompetenz ist sehr gefragt.

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Fotos: Reinhard Röder