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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Hermann Pistor aus Sonneberg

Hermann Pistor aus Sonneberg

Jessy von Berg

Er gilt als einer der bekanntesten Söhne der Stadt Sonneberg, der durch seine Verdienste auf dem Gebiet der Optometrie, der Lehre der Messung und Bewertung von Sehfunktionen, bis heute überregionale Bekanntheit erwarb.

Die Rede ist von Hermann Pistor, dem Nestor der modernen Augenoptik. Er entwickelte die Grundlagen für die Fach- und Hochschulausbildung auf dem Gebiet der Optometrie und gilt daher als „Begründer der modernen Augenoptik“.

Pistor wurde am 6. September 1875 in Sonneberg als Sohn eines Lagerarbeiters geboren. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, fiel aber bereits in der Volksschule durch überdurchschnittlich gute Leistungen auf. Dennoch wurde er erst 1904 für hochbegabt erklärt und im Zuge dessen auf Veranlassung des Landesherren, Herzog Georg II., für wissenschaftliche Studien beurlaubt. Vorher hatte Pistor in Gräfenthal und Sonneberg als Lehrer gearbeitet.

In Folge seiner Beurlaubung holte Pistor sein Abitur nach und studierte an der Universität in Jena Mathematik, Physik und Geographie. Er promovierte mit einer Doktorarbeit zum Thema „Eisenbahnwesen im Thüringer Wald“.
Anschließend nahm er die Lehrtätigkeit am Sonneberger Realgymnasium wieder auf und entwickelte währenddessen moderne didaktische Ansätze im naturwissenschaftlichen Unterricht. Dabei konzentrierte er sich vor allem auf Mathematik und Physik.

1918 wechselte er an die „Fachschule für Augenoptik“ in Jena, wo man ihn aufgrund seiner pädagogischen Fähigkeiten und naturwissenschaftlichen Kenntnisse als Lehrkraft einstellte. Bereits ein Jahr später wurde er Direktor der neu eröffneten Schule; im selben Jahr ernannte man Pistor zum Professor. Die Position als Direktor hatte Pistor bis zu seinem Tod inne.

Während seiner Lehrtätigkeit in Jena befasste sich Hermann Pistor erstmals fachlich mit der Optometrie, die gleichermaßen die biologische und physikalische Optik erfasst und sich mit Fehlsichtigkeit und ihrer Korrektur beschäftigt.

Hermann Pistor war außerdem bis 1935 Vorsitzender Logenmeister der Johannisloge „Zur Akazie am Saalstrande“ und Mitglied derFreimaurerloge. Aufgrund dieser Mitgliedschaft wurde er 1933 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und erhielt während der 1930er Jahre ein umfassendes Schreibverbot.
Pistor starb am 2. Oktober 1951 in Jena. Beigesetzt ist er im Ehrenhain des Nordfriedhofs.

Vierzig Jahre nach seinem Ableben ernannte man Pistor aufgrund seiner großen Verdienste um die Augenoptik zum Ehrenbürger Jenas und die „Hermann-Pistor-Straße“ erhielt seinen Namen. Aber nicht nur diese Straße soll an den großartigen Mathematiker erinnern. Auch die Fachschule für Augenoptik in Jena trägt den Beinamen „Hermann Pistor“ und das Staatliche Gymnasium in seiner Heimatstadt Sonneberg wurde 2008 in „Hermann-Pistor-Gymnasium“ umbenannt.



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Bilder:

Hermann Pistor: Gemälde von Georg Kötschau in der Optikerschule, fotografiert von Hans-Joachim Naber; Wikimedia CC BY_SA 3.0.

Fotos von Jessy von Berg: (1) Gedenktafel am (2) Geburtshaus in Sonneberg, (3) Hermann-Pistor-Gymnasium in Sonneberg.