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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Backhauskartoffeln

Backhauskartoffeln

Anette Huber-Kemmesies

Dieses köstliche Herbstrezept ist ein kulinarisches Kleinod, dass seinen Ursprung, zumindest seinem Alias nach in Apolda fand.

Die Bratwurst und die Thüringer Klöße sind zwar die ungeschlagenen Thüringer Köstlichkeiten, doch kann sich ein Gericht durchaus mit Ihnen messen. Denn neben dem Filinchen und dem bekannten Bier stammt auch das Rezept für die Backhauskartoffeln, oder „Apoldaer Herrgott" aus der gleichnamigen Stadt. Die Zutaten des Gerichts lassen manchen fragend drein schauen, denn wer ahnt schon, dass man Kartoffeln, Birnen und Schweinenacken (oder auch Bauchfleisch) zusammen mit Kümmel zu einem der köstlichsten Thüringer Gerichte verarbeiten kann. Stirnrunzeln und Zweifel stehen dann in so manchem Gesicht derer geschrieben, die noch nie davon gehört oder gekostet haben. Das Rezept einmal nach zu kochen lohnt sich. Vor allem im Herbst, wenn die Birnen reif genug sind und ihr volles Aroma entfaltet haben. Denn dann werden die Backhauskartoffeln hauptsächlich zubereitet. Die Bedeutung des Namens ist dabei ebenso simple wie das Gericht selbst: Ein Backhaus ist laut dem Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm eine Küche (aber auch Keller oder Keller und Küche). Sinngemäß ergibt sich daraus der Name „Küchenkartoffeln".

Rezept für 4 Personen
Zutaten:

- 1kg Kartoffeln (am besten eine aromatische, festkochende Sorte)
- 1 kg Birnen (ebenfalls fest und geschmackvoll sollten sie sein)
- 1 kg Schweinenacken oder gut durchwachsenes Bauchfleisch
- 3 Zwiebeln
- Kümmel nach Geschmack (aber mindestens 2 TL)
- 40 g Butter
- Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zunächst sollten die Katoffeln geschält und in Scheiben geschnitten werden. Als nächstes die Birnen waschen und ebenfalls in Spalten schneiden. Ggf. auch das Fleisch in die gewünschte Form bringen (die Größe variiert dabei je nach Geschmack). Im Anschluss die Kartoffeln, die Birnen und das Fleisch abwechselnd nebeneinander in eine Auflaufform mit Deckel schichten. Nun noch mit Salz, Pfeffer und dem Kümmel würzen und die Butter in Flöckchen darüber geben. Bei der Variante mit Bauchfleisch muss keine Butter dazu gegeben werden.

Anschließend die Backhauskartoffeln zugedeckt in den vorgeheizten Backofen (ca. 200°C) stellen und 30-35 Minuten garen. Kurz bevor das Fleisch beginnt zart zu werden den Deckel entfernen und im Backofen weiter garen bis alles schön braun ist.

Mit Petersilie garniert servieren.

So wie die Rezepte selbst von Region zu Region variieren und sich weiterentwickeln, kann auch dieses noch verfeinert werden. Zum Beispiel kann man das Ganze nach dem Bräunen noch mit etwas Käse überbacken. Oder aber man gibt vor dem Garen noch etwas Fleischbrühe hinzu. Man kann statt des hier verwendeten Fleisches auch Eisbein o.ä. nehmen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

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