Thüringen-Lese

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Autor Christoph Werner lässt den Weimarer Unternehmer und Verleger Friedrich Justin Bertuch zurückblicken auf das eigene Leben.

Ein Tag im Leben des Friedrich Justin Bertuch

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Der Anger in Oberdorla

Der Anger in Oberdorla

Charlotte Stöhr

Das Herzstück eines traditionsreichen Dorfes

Ein Blick von oben auf den großen, grünen Anger
Ein Blick von oben auf den großen, grünen Anger

Mitten im Ortskern von Oberdorla, einem Ortsteil der Gemeinde Vogtei im Unstrut-Hainich-Kreis, liegt der Anger – ein Platz, der weit mehr als nur eine grüne Fläche ist.

Mit rund einem halben Hektar Fläche gilt er als der größte Dorfanger Thüringens und bildet seit Jahrhunderten das lebendige Zentrum des Dorfes. Umrahmt von alten Linden und Kastanien entfaltet sich hier ein Mittelpunkt aus Geschichte, Brauchtum und Gemeinschaft.

Der Anger ist nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein Platz des Erinnerns. Drei Denkmäler erzählen von prägenden Ereignissen der Ortsgeschichte. Besonders ins Auge fällt der alte Gerichtstisch – ein historischer Ort, an dem früher sechsmal jährlich Gericht gehalten wurde. Die Teilnahme daran war für alle männlichen Einwohner der Vogteidörfer verpflichtend. Rechts davon steht ein Gefallenendenkmal, das an die Oberdorlaer Soldaten erinnert, die im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 ihr Leben ließen. Auf der linken Seite befindet sich ein weiteres Denkmal aus dem Jahr 1886. Es erinnert an den sogenannten „Gang der Vogteier nach Wien“, bei dem Bewohner der Region im 18. Jahrhundert persönlich bei Kaiser Joseph II. vorsprachen, um territoriale Streitigkeiten zu klären.

Der Oberdorlaer Anger im Winter
Der Oberdorlaer Anger im Winter

Doch heute wird auf dem Anger in Oberdorla nicht mehr gerichtet. Er bietet einen Ort, an dem Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen. Spätestens zu Pfingsten verwandelt sich der Anger in eine bunte Festwiese: Ein Maibaum wird aufgestellt, die Rechnungsgesellschaft zieht auf dem Anger auf und tanzt in schönen Kleidern und Anzügen zu zünftiger Blasmusik. Der „Schößmeier“ und der „Strohbär“ sind im Ort unterwegs und bei der sogenannten Spritzenprobe tritt die Feuerwehr des Ortes gegen die Rechnungsburschen an – uralte Bräuche, die bis heute lebendig sind.

Auch andere Veranstaltungen, wie das Kinderfest, der Biermarkt oder auch der Sommernachttanz sind im Sommer durch das Ambiente des Angers empfehlenswert. In der Vorweihnachtszeit lockt das „Angerglühen“ des Hauses Vogtei, sowie der Kindergärten und anderer Vereine zahlreiche Besucher an den Anger.

Neben den zahlreichen Festen bietet der Anger auch an ruhigeren Tagen Raum für Erholung und Spiel. Kinder können auf dem 2021 erneuerten Spielplatz toben, rutschen oder auch schaukeln und Spaziergänger im Schatten der Linden verweilen. Wenn der Herbst Einzug hält, kleidet sich der Anger in ein buntes, leuchtendes Blätterkleid und lädt kleine Entdecker dazu ein, zwischen dem raschelndem Laub Kastanien zu sammeln.

Im verschneiten Winter verwandelt sich die sanft abfallende Wiese in einen beliebten Rodelhang. So begleitet der Anger die Dorfbewohner durch alle Jahreszeiten.

Der Anger von Oberdorla ist damit ein Beispiel dafür, wie Tradition und Moderne miteinander verschmelzen können. Er ist Erinnerungsort, Festplatz und sozialer Mittelpunkt zugleich. Ein Raum, der viel Geschichte beinhaltet und voller Leben steckt.

 

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Textquellen:

>https://www.thueringen-entdecken.de/w/anger-oberdorla< abgerufen am 15.09.2026.

>https://de.wikipedia.org/wiki/Oberdorla< abgerufen am 15.09.2026.

Fotos: © Charlotte Stöhr

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