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Das Kräuterweib vom Hexenberg

Heil- und Gewürzpflanzen

Diese übersichtliche kleine Broschüre vermittelt althergebrachtes Wissen um die Zubereitung und Wirkung der bekanntesten Kräuter und Heilpflanzen. Erfahren Sie, welches Kraut Ihnen gegen Erkältungen, Husten, Rheumaschmerzen, Insektenstiche, Nervenleiden oder Hautprobleme halfen kann. Das Heftchen kann Ihnen in der Küche oder als Wegbegleiter auf Spaziergängen durch die Natur hilfreich sein.

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Johanniskraut

Johanniskraut

Viola Odorata

Meine eigenen und erfragten Erfahrungen mit Johanniskrautöl

Johanniskrautöl
Johanniskrautöl

 

Johanniskrautöl ist ein Wund- bzw. Wunderöl und deshalb mein „Lieblingsöl". Die heilende Wirkung verblüfft mich immer wieder, besonders die schmerzlindernde, durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Kraft. Die antiseptische Wirkung verschafft sowohl innerlich als auch äußerlich Linderung.
Ich verschenke jährlich etwa 50 gefüllt Schraubgläser an Freunde und Bekannte. Schon allein das Anschauen der leuchtenden Farbe in einem schönen Glas beruhigt die Sinne.

1. Herstellung

Pflanzen mit besonders wertvollen Ölanteilen (dazu gehört das Johanniskraut) setze ich nach Möglichkeit kalt an. Das Sonnenlicht zieht die Wirkstoffe aus den Blüten und gibt diese an das Öl ab. Je stärker die Sonneneinstrahlung, umso wirkungsvoller ist natürlich das Heilöl .
Johanniskraut wächst auf sonnigen Wiesen, Weg- und Waldrändern. Wer einen Garten besitzt, kann den gesammelten Samen auch dort ausstreuen. Erntezeit ist etwa von Juli-September. Vergessen Sie niemals die „Blutprobe" (so bezeichne ich den notwendigen Echtheitstest): Ich zerdrücke etwa 3 Blüten zwischen den Fingern, wenn „Blut" herausfließt, kann das Pflücken beginnen. Ich zupfe die zarten, goldgelben Blüten an sonnigen Tagen ab und lege sie locker in Schraubgläser.
Nun muss schnell gehandelt werden. Über die Blüten wird Kräuteröl gegossen, bis alle Blüten bedeckt sind und etwa 2cm überstehen. Dadurch wird Schimmelbildung verhindert. Nun werden die festzugeschraubten, gelbleuchtenden Gläser auf sonnige Fensterbretter gestellt und hin und wieder geschüttelt. Ich lasse die Gläser 4-6 Wochen stehen (je nach Sonneneinwirkung). Schon nach kurzer Zeit färbt sich das Öl leuchtendrot.
Nach etwa 6 Wochen wird durch ein feinmaschiges Sieb abgeseiht. Nun fülle ich in saubere Schraubgläser bzw. Flaschen das fertige Heilöl um. Wichtig ist, das fertige Produkt kalt und dunkel zu lagern.

2. Verwendung als Heilöl

  • Einreibungen: Bei Ischiasschmerzen mehrmals damit einreiben (besonders wichtig vor dem Zubettgehen). Auch dann, wenn die Schmerzen nachlassen. Das gleiche gilt bei Hexenschuss. Rückenschmerzen aller Art, Zerrungen, Prellungen und Blutergüsse können bei regelmäßiger Anwendung ebenfalls gelindert werden. Wegen der örtlichen Durchblutungsverbesserung und entzündungshemmenden Wirkung spielt das Öl bei Gelenk- und Nervenschmerzen eine wichtige Rolle. Dass Sie bei starken Schmerzen den Arzt aufsuchen müssen, ist selbstverständlich.
  • Massagen: Massieren mit dem Öl löst körperliche und seelische Verspannungen. Sie werden spüren, wie tief es in die Muskulatur eindringt, gerade auch für Rheumatiker eine Wohltat. (Lauwarmes Öl ist in solchen Fällen am wirkungsvollsten.) Wenn Sie professionelle Massagen erhalten, nehmen Sie Ihr eigenes Johannisöl mit in die Praxis. Ein Fläschchen als Dankeschön für eine gute Behandlung nimmt die Therapeutin sicher gern entgegen.
  • Erkältung: Die entzündungshemmende heilende Wirkung tritt schneller ein, wenn bei den ersten Anzeichen gehandelt wird. Reiben Sie den Brust- und Rückenbereich ein und legen Sie ein vorgewärmtes Kräuterkissen darauf (20 Minuten einwirken lassen). Vor dem Schlafengehen ist günstig, weil das Öl in Ruhe einwirken kann. Der Vorgang sollte mehrfach wiederholt werden, die Wirkung tritt oft schon nach 2 Tagen ein. Diese Behandlung ist auch für Säuglinge sehr geeignet. Wenn bei Erkältungen Nase und Ohren in Mitleidenschaft gezogen sind, hilft warmes Johannisöl. Ich tränke Watte damit und betupfe vorsichtig das Innere der Ohren und der Nase.
    Übrigens, man sollte über das gesamte Jahr hinweg die Nasenschleimhäute mit einem Tropfen Öl geschmeidig halten.
    Bei Heiserkeit und Halskratzen gurgele ich gern mehrfach am Tag mit einigen, im warmen Wasser aufgelösten Öltropfen oder pur (1 TL).
    Auch hier gilt der Grundsatz: Bei starken Schmerzen den Arzt aufsuchen!
  • Badezusatz: Geben Sie 1 EL Johanniskrautöl in die Wanne und lassen Sie das Wasser ein. (Vorsicht beim Einsteigen, Rutschgefahr!) In dem wohligen Wasser werden Verspannungen gelockert und vor allem das Durchatmen erleichtert. Die entstehende durchdringende Wärme gibt dem Körper Kraft, mit der Erkältung fertig zu werden. Siehe auch Ingwerbadezusatz und Thymianöl als Beruhigungsbad bei nervöser Überreizung.

Johanniskraut-Tinktur als Heilmittel

Bei müden bzw. geschwollenen, heißen Fuß- und anderen Gelenken hilft das Einreiben mit der Johanniskrauttinktur.

  • Herstellung: Etwa 2 Hände voll Blüten in ein Schraubglas füllen und mit 40%igem Alkohol übergießen. 3-4 Wochen an einem warmen Ort stehen lassen und anschließend abseihen.
  • Einreibungen mit diesem kühlen Produkt sind sehr hilfreich. Die Behandlung bei Bedarf wiederholen. Gehen Sie mit der Tinktur sparsam um, sie ist sehr kräftig.
    Auch bei Nervenentzündungen können Einreibungen oder Umschläge mit der kühlenden Tinktur die Heilung unterstützen.
    Noch ein Tipp unter Freunden: Ein kleines Schnäpschen (Gläschen mit 10 Tropfen) vor dem Schlafengehen ist eine Einschlafhilfe.

Verwendung als Pflegemittel

  • Neigen Sie zu entzündungsempfindlicher Haut sollten Sie immer Johanniskrautöl (am besten selbsthergestellt) zur Hand haben. Sie können damit das Gesicht reinigen und auch über Nacht einwirken lassen.
  • Als Gesichtsmaske:
    1 TL Johanniskrautöl
    2 EL Quark
    1 TL Honig
    1 geschälte Avocado
    Alles mixen und auftragen, 20 Min. einziehen lassen und lauwarm abwaschen. Bei fettiger Haut Pfefferminzblätter zermixt dazugeben. Die Wirkung ist verblüffend!
  • Wenn Sie Hornhaut an den Füßen plagt, reiben Sie diese mehrmals ein, am besten vor dem Schlafengehen (weiße Baumwollsocken anziehen!). Die hornhautaufweichende Wirkung tritt ganz bestimmt ein.
  • Bei geschwollenen Augenlidern geben Sie einige gekühlte Tropfen auf ein Tuch oder einen Wattebausch und lassen Sie im Liegen das kalte Öl einwirken. Diese kleine Mühe lohnt sich!
  • Wer hat schon gern raue Hände, das muss nicht sein! Genau wie bei den Füßen mehrmals einschmieren und Baumwollhandschuhe drüberziehen. Je nach Bedarf wiederholen!
  • Wenn Sie am gesamten Körper trockene Haut haben, reiben Sie sich 1x wöchentlich ein und nehmen anschließend ein Vollbad (20 Min.). Nicht abtrocknen, sondern in den Bademantel einwickeln und 10 Min. ruhen. Das Öl muss in Ruhe einziehen, dann kann es geweberegenerierend wirken.
  • Pflegemittel für Babys und Kleinkinder: Milde pflanzliche Mittel sind für die zarte Haut wie geschaffen. Raue und leicht entzündete Körperstellen können durch das Öl Linderung schaffen. Mehrere Mütter bedankten sich, weil auch bei Neurodermitis eine positive Veränderung eintrat.

Zum Schluss noch einige Hinweise zum Johanniskrautöl

  • Heilpflanzen ersetzen nicht den Arzt!
  • Das Öl kann zu einer Lichtempfindlichkeit der Haut führen. Wer empfindlich ist, sollte während der Behandlung starke Sonneneinstrahlung meiden.
  • Stellen Sie das Öl nach dem Gebrauch in den Kühlschrank und benutzen Sie bei der Ölentnahme einen Löffel.
  • Schon oft wurde mir bestätigt, dass bei schreienden Säuglingen die vorsichtige Massage des Bäuchleins mit dem warmen Öl beruhigend und blähungslösend wirkt. Auch das sanfte Einschmieren wunder oder trockener Hautstellen ist heilsam.
  • Entzündungen aller Art im Mund können erfolgreich behandelt werden. Mit dem unverdünnten Öl den Mund mehrmals ausspülen.
  • Wenn Ihr Kind mit abgeschürften Knien nach Hause kommt, dann holen Sie schnell das Johanniskrautöl aus dem Kühlschrank und tupfen damit die wunden Stellen ab. Es dauert nicht lange, und die Ruhe kehrt wieder ein. Ähnliche Verletzungen (z.B. kleine Schnitte) werden ebenso bei Erwachsenen behandelt.

 

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Hallo, liebes Kräuterweib vom Hexenberg,
ein Professor des "Bergmannstrost" Halle sagte mir in einem Vieraugengespräch, dass die Schulmedizin etwa 90% aller Krankheiten definieren und davon ca. 70% heilen kann. Dem "Kräuterweib von Bergern" traue ich die restlichen 10 plus 30 zu und bin schließlich der lebendige Beweis dafür. Also Danke!!!!!

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Bildquelle: © Bertuch Verlag GmbH

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