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Das Kräuterweib vom Hexenberg

Heil- und Gewürzpflanzen

Diese übersichtliche kleine Broschüre vermittelt althergebrachtes Wissen um die Zubereitung und Wirkung der bekanntesten Kräuter und Heilpflanzen. Erfahren Sie, welches Kraut Ihnen gegen Erkältungen, Husten, Rheumaschmerzen, Insektenstiche, Nervenleiden oder Hautprobleme halfen kann. Das Heftchen kann Ihnen in der Küche oder als Wegbegleiter auf Spaziergängen durch die Natur hilfreich sein.

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Thymian als Gewürz

Thymian als Gewürz

Viola Odorata

Fast jedes Gericht schmeckt mit Gewürzen besser als ohne. Nicht nur der Appetit wird angeregt, besonders die ätherischen Öle haben eine wohltuende Wirkung.
Wenn Sie Gewürze kaufen, schütten sie diese in dunkle Behälter um, da diese sich aromaschützend auswirken. Am kräftigsten schmecken Gewürze in den ersten sechs Monaten nach dem Ernten.
Diese Regeln treffen auch auf den Thymian zu. Thymian ist ein typisches Mittelmeerkraut. Aber auch in die deutsche Küche hat es längst Einzug gehalten. So können wir auch bei uns winterfeste Sorten kaufen oder ihn selbst aus Samen ziehen. Thymian kann auch leicht selbst durch Absenken vermehrt werden, indem ich einen Zweig an der Oberfläche der Erde befestige. Er bildet Wurzeln und kann dann vom Busch getrennt werden. Aber Achtung, er mag keinen lehmigen, feuchten Boden.

Viele Kräuter, so auch der Thymian, besitzen das kräftigste Aroma vor der Blüte. Und natürlich ernte ich den Thymian erst kurz vor dem Verarbeiten.
Wenn viel von dem Gewürzkraut vorhanden ist, sollten Sie die verschiedenen Konservierungsmöglichkeiten unbedingt nutzen.

  • Trocknen: Ich ernte den Thymian zum Würzen kurz vor der Blütezeit und wenn der Strauch vollkommen trocken ist. Kleine Sträuße werden zum Trocknen mit den Stielen nach oben an einem luftigen, schattigen Platz aufgehängt. Je nach Temperatur beträgt die Trockenzeit etwa 2-5 Tage. Wenn sich die Stiele nicht mehr biegen lassen und die Blättchen rascheln, ist das Sträußchen trocken. Nun kann ich die Blättchen abstreifen und zwischen den Handflächen zerreiben. Durchsichtige Gläser tun dem Gewürz, wie bereits erwähnt, nicht gut. Verwenden Sie also lieber dunkle Behälter und stellen Sie diese an einen trockenen Ort.
    Meine selbstangefertigte Lieblingsgewürzmischung besteht aus Thymian, Sellerieblättern, Lorbeer, Kardamon und Liebstöckelblättern. Im Sommer verfeinere ich die entsprechenden Speisen mit diesen frischen Blättern und im Winter wird mit der getrockneten Mischung gewürzt.
    Es lohnt sich auf jeden Fall, im Sommer zu ernten und zu trocknen.
  • Einlegen in Öl oder Essig: Thymian eignet sich sehr gut zum Einlegen in Öl. Durch das Öl werden die Geschmacks- und Inhaltsstoffe herausgezogen. Auch Mischöl, hergestellt aus Thymian, Lorbeer, Oregano und Rosmarin verfeinert die Speisen. Statt Öl können Sie auch Essig verwenden. Die Kräuter sollten mehrere Wochen durchziehen, bevor sie abgeseiht werden (zwischendurch die Schraubgläser schütteln).

Wenn Sie den Thymian und andere Gewürze zur Verfügung haben, sollten Sie mit dem Würzen vorsichtig umgehen, um Fehlgriffe zu vermeiden. Denken Sie daran, dass er nur in kleinen Mengen verwendet werden darf, ob als frisches oder getrocknetes Gewürz, Öl oder Essig. In Kombination mit Tomaten können Sie weniger zaghaft sein, aber in Eintöpfen, Fleisch- und Fischgerichten müssen Sie Überwürzen vermeiden.
Richtig portioniert verleiht er auf jeden Fall diesen Gerichten eine raffinierte Note und ist zudem auch noch gesund. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Thymian mitgekocht werden sollte, weil er dann sein Aroma so richtig entfalten kann. So lege ich zum Beispiel bereits beim Anbraten von Rind und Schwein einen Zweig zum Fleisch, der dann vor dem Essen entfernt wird. Das gilt auch für Wild, Lamm und Geflügel.
Beachten Sie, dass sich Thymian und Majoran geschmacklich nicht so gut vertragen.
Probieren Sie auch einmal Waldpilze mit Thymian, sie werden begeistert sein!

 

Gleiches gilt für mein Lammgericht:
Zutaten:
600 g    Lamm aus der Schulter
25 g      Butterschmalz
3           geschälte Knoblauchzehen
1 EL      frischer Thymian
1 TL      Honig
150 ml  Gemüsebrühe (Salz enthalten)
150 ml  Rotwein
3 EL      frisch zerkleinerte Petersilie zum Garnieren

Die Fleischstückchen in dem erhitzten Butterschmalz von allen Seiten kräftig anbraten. Thymian und Knoblauch am besten in einem Mörser zerreiben. Die Brühe mit dem Wein vermischen, die Kräuter sowie den Honig dazugeben. Nun das Gemisch über das Fleisch gießen; alles kurz aufkochen lassen. Bei verringerter Hitze das Fleisch in der abgedeckten Pfanne etwa 30 Min. köcheln. Den Deckel abnehmen, damit die Soße einkocht (etwa 15 Min.).
Das fertige Fleischgericht kurz vor dem Servieren mit der Petersilie bestreuen und mit Kartoffelpüree oder Reis anrichten.

Guten Appetit!

Ich bin überzeugt, dass der Thymian auch in Ihrer Küche eine unverzichtbare Würzkomponente sein wird!

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Bildquelle: © Bertuch Verlag GmbH

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